Kapitel 3 – Ein Wechsel und seine Folgen

Kapitel 3 – Ein Wechsel und seine Folgen (2006).
An einem Samstagmittag Ende Februar kam dann der Hänger um mich abzuholen. Mit einigen aufmunternden Worten meines Chefs bin ich dann auch ganz lieb hinein in den Kasten und schon ging es los zu einem neuen Stall.

Uih, hier war ja richtig was los auf dem neuen Gelände. Mein Chef hat dann erstmal einen Rundgang mit mir gemacht und mir alles gezeigt. Es gab Ziegen, Hühner, Gänse, Emus, Katzen, Bullen, einen Hund und ein kleines komisches rosa Pferd ohne Fell. Hä, ach das war eine Sau. Aber nicht gerade klein, hat wohl so seine 250 Kg und es gibt wohl noch mehr davon. Naja, dann gingen wir Richtung Paddock, wurde aber auch Zeit.

Alles stand schon am Tor als ich kam. Donnerwetter was für ein Empfang und was für ein Geblubber. Hier war aber auch alles vertreten, vom Shetty bis zum Friesen, von der Stute bis zum Wallach. Alles stand bunt verteilt vor dem Tor und begrüßte mich. Also nix wie rein und dann ganz schnell in Sicherheit bringen, denn man muß ja erst mal schauen wer hier was zu sagen hat. Aber kein Problem, wir haben ein paar Minuten nachlaufen gespielt und dann war alles erledigt. Also ab zur nächsten Freßstelle und futtern gehen. Zum Glück gibt es drei Stück davon auf diesem riesen Paddock.

Nach ein paar Tagen haben wir uns dann aber alle soweit verstanden und mit meiner Box war ich übrigens auch zufrieden. Ist nämlich alles ohne Gitter, kann nach allen Seiten rausgucken und Kontakte pflegen. Was nur total neu für mich war, man wird morgens nicht rausgebracht, ne, die machen die Tür auf und dann gehen wir alle zusammen gemütlich zum Paddock, abends dann andersrum und es geht wirklich jeder in seine Box. Außer ich! Klaro, muß doch erst mal einen Rundgang machen und mal schauen was es so alles gibt. Aber die Chefin hier am Stall hat mich dann angeschaut und gemeint, deine Box ist da hinten. Ok, bin dann in meine und mache das jetzt auch immer so.

Da meine Zweibeiner ja genauso wie früher schon, jeden Tag am Stall sind, wird natürlich viel unternommen. Die ersten Tage hier durfte ich mich immer zuerst in der Halle austoben bevor gearbeitet wurde. Entweder haben wir Bodenarbeit gemacht oder mein Chef hat sich auf mich gesetzt. Hat richtig Spaß gemacht und anschließend habe ich mich immer noch ordentlich gewälzt, damit sich das vorherige Putzen auch lohnte 🙂

Aber wer meinen Chef kennt, der weiß, das dem auch immer was neues einfällt um mich zu ärgern. Da komm ich doch eines Tages in die Halle und was sehe ich, große blaue Monster. Komische Dinger, aber bin dann trotzdem mal hin und habe sie mir angesehen und dran gerochen. Na ja, ging eigentlich, hatten oben ein Loch drin und an den Seiten waren auch noch welche. Hilfe, nix wie weg hier! Da kommt was aus dem Ding oben raus. Mist, hat mein Chef mich doch reingelegt und hatte seine Hand von unten reingesteckt als ich mit meinen Nüstern gerade darüber war und versucht mich zu kraulen. Also noch mal hin und in das Loch guck. Hihi, da war die Hand immer noch aber jetzt bleib ich hier, ätsch sind ja nur blöde Tonnen.

Als ich mir dann auch noch den Rest angesehen habe, hat sich mein Chef auf meine Rücken gesetzt und es ging los. Zuerst ein paar Runden durch die Halle zum aufwärmen und als es soweit war ein bischen getrabt und galoppiert. Danach ging es los. Zuerst der Gang durch die Tonnen, dann durch den Gang mit den Balken. War ja alles kein Problem, aber dann. Was ist das denn, ein See in der Halle? Jetzt sollte ich auch noch da rein gehen. Nach einigem hin und her habe ich es dann aber doch gemacht. Komisch, habe gar keine nassen Hufe bekommen….hm, war eine blaue Plane und ich Dussel habe auch noch beim ersten mal versucht, mit einem Huf darin zu planschen. Nachdem wir also nun ein paar Mal diese komische Strecke abgelaufen waren, sollte ich auch noch rückwärts gehen. Bei den Tonnen war das ja kein Problem, selbst über die Plane bin ich, aber bei den Balken war es nicht so einfach. Die lagen in L-Form und was soll ich euch sagen, nach zwei Ansätzen hat es dann wunderbar geklappt. Das hat soviel Spaß gemacht das ich sogar später im Schnellgang rückwärts dadurch bin. Habe anschließend auch richtig was zu futtern bekommen zur Belohnung. Das Ganze haben wir dann in Abständen von einigen Tagen wiederholt und ich wurde immer besser.

Nachdem das ja nun alles soweit OK war, kam die nächste Übung. Mein Chef wollte, wenn er auf meinem Rücken saß, die Tonnen aus der Mitte der Halle zum Ausgang bringen. Ist der verrückt! Ne Du, nicht mit mir. Laß mir doch nicht so eine Tonne auf den Rücken legen und bring die dann weg. Aber leider wie so oft, mein Chef hat sich mal wieder durchgesetzt und nach zwei Tagen habe ich dann mitgespielt. Entweder hat er die Tonne rechts neben dem Sattel festgehalten oder links. War mir irgendwie egal, Hauptsache schnell weg mit den Dingern. Nur letztens wurde es dann doch noch deftig, da hat er wo wir noch standen, die Tonne von links nach rechts über mich rüber gehoben und anschließend wieder zurück. Ätsch, ich bin stehen geblieben auch wenn mir mulmig war 🙂

Eines Nachmittags kam dann mein Chef auf die Idee mit mir um die Halle und ein Stück den Feldweg entlang zu reiten. Ich habe aber keinen Bock ohne Begleitung eines weiteren Artgenossen auf Wanderschaft zu gehen. Mir blieb aber wie so oft in letzter Zeit nichts anderes übrig und so bin ich dann nach einigem hin und her wenigstens einmal um die Halle. Man war ich froh als das vorbei war. Zweimal waren wir ja auch schon zwischendurch raus, aber da nur in Begleitung. An den nächsten drei Tagen haben wir das dann mehrmals wiederholt und ich muß sagen, langsam gefiel mir die Sache. Am vierten Tag kam dann der Hammer, wir sind den ganzen Weg durch das Feld runter bis zur nächsten Straße und wieder zurück. Sind so ca. 20 – 25 Minuten. Eh, das war klasse und ich habe auch keine Probleme gemacht. Jetzt hatte ich es langsam doch begriffen, ausreiten kann auch alleine Spaß machen.

Und so haben wir dann heute unseren ersten Ausritt gemacht, nur mein Chef und ich. Ganze 1 1/2 Stunden waren wir unterwegs und es hat super mit uns Beiden geklappt.

So, das war es erstmal wieder,

Eure Nashra

23.04.2006

Kommentieren

Rechenaufgabe gegen SPAM * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

zufällige Bilder
000_0016_0 100_0085 100_0119 100_1004 100_1249 100_1545
Wetter
Wankum
16. November 2018, 02:46
Klare Nacht
Klare Nacht
3°C
Gefühlte Temperatur: 3°C
Luftfeuchtigkeit: 92%
Wind: 1 m/s SO
Sonnenaufgang: 07:54
Sonnenuntergang: 16:45
Vorhersage 17. November 2018
Tag
Heiter
Heiter
9°C
Wind: 2 m/s O
Nacht
Überwiegend klar
Überwiegend klar
-1°C
Wind: 1 m/s ONO